
Ich sammle Geschichten. Aus dem Laden, von Produzenten, von Abenden, an denen eine Flasche mehr sagt als jedes Marketing. Hier schreibe ich über Spirituosen, die mich finden, über Bitter, die Haltung haben, und über Menschen, die brennen, ohne laut zu werden.
Kein Lärm, kein Influencer‑Ton. Nur ehrliche Beobachtungen aus meinem Alltag als Kurator, Händler und Gastgeber.
Erlaubt ist was gefällt. Geschmack ist kein Gesetz. Er verändert sich, stolpert, wächst, überrascht. Und manchmal schmeckt etwas erst dann richtig, wenn man aufhört, es „richtig“ machen zu wollen. Ein Text über Mutproben im Glas, wandernde Vorlieben und bewussten Genuss.
Tonic Water (1) oder „Der Weg zum besten Gin Tonic“. Gin & Tonic ist kein Matheproblem, aber manche machen eins draus. Ich erzähle dir, warum das richtige Tonic mehr entscheidet als der teuerste Gin, warum Bitterstoffe dein Freund sind und wie du aus zwei Zutaten plötzlich einen Abend machst, der hängen bleibt.
Kennst Du den TV-Drink? Es gibt Drinks, die begleiten uns seit Jahren, ohne dass wir ihnen je richtig zugehört haben. Der TV‑Drink ist genau so einer: simpel, ehrlich, unaufgeregt – und trotzdem voller kleiner Entscheidungen, die ihn gut oder schlecht machen. Ich zeige dir, warum dieser Klassiker mehr verdient als Nebenrollen und wie du ihn so mischst, dass er dir wirklich schmeckt.
Tonic Water (2) – Der Weg zum besten Gin Tonic
Manchmal ist ein Gin Tonic nur ein Gin Tonic. Und manchmal ist er ein kleines Lehrstück darüber, wie wenig es braucht, damit alles stimmt. Ein Glas, ein guter Gin, ein Tonic, das nicht schreit – und ein Fuchs, der irgendwann aufgehört hat, an Zufälle zu glauben.
Wie der Fuchs zum Schnaps kam
Spirituosen Manufaktur und Handel
Es beginnt mit einem Ordner. 96 handgeschriebene Rezepte, ein bisschen Staub, ein bisschen Geschichte – und ein Moment, der alles verändert. Eine kleine Erzählung über Zufälle, alte Destillen und die Frage, wie man eigentlich in Delitzsch zum Schnaps kommt.
Was vor mir war
Dampf‑Destillation Franz Naumann Delitzsch
Bevor hier Flaschen standen, standen hier andere Geschichten: Naumann, Bär, Köthnig, Laube – Namen, die in Delitzsch einmal klangen. Ein kurzer Blick zurück auf eine Zeit, in der Spirituosen noch mit Dampf, Mut und viel Handwerk gemacht wurden.
Geschmack ist ein wanderndes Tier
Ich habe in meinem Leben genug Drinks gemixt, bei denen der erste Schluck eher nach Mutprobe als nach Genuss klang. Und trotzdem probiert man weiter. Ein bisschen weniger hiervon, ein bisschen mehr davon – und plötzlich passt’s. Genau darum geht’s: Trink, wie es dir gefällt. Nicht wie es „richtig“ wäre.
Geschmack ist kein Gesetz. Er verändert sich, läuft dir mal voraus, bleibt mal stehen, und manchmal musst du ihn erst wiederfinden. Das ist normal. Das ist schön. Und das macht Genuss spannend.
Kaffee zeigt, wie wir uns verändern
Frag jemanden, wie er früher seinen Kaffee getrunken hat. Da bekommst du Lebensgeschichten serviert: „Früher drei Löffel Zucker, heute schwarz wie meine Laune am Montag.“
Geschmack wächst mit uns. Und manchmal überrascht er uns, wenn wir ihm Raum geben.
Spirituosen aus dem Kühlfach? Kann man machen.
Aber Kälte zieht Aromen zusammen wie ein schlecht gelaunter Türsteher. Der Alkohol drängt nach vorne, alles andere versteckt sich. Wenn du mehr willst als „Hauptsache knallt“, probier’s mal wärmer, langsamer, bewusster. Da geht eine Welt auf, die du vorher nicht kanntest.
Mein eigener Wendepunkt
Vor über zehn Jahren habe ich angefangen, bewusster zu trinken – und plötzlich auch bewusster zu essen. Heute schaue ich auf Zucker, Palmfett und darauf, wie in Bars gearbeitet wird. Nicht aus Prinzip, sondern aus Respekt vor dem Handwerk.
Das verändert alles: wie man trinkt, wie man isst, wie man genießt.
Genuss braucht Ehrlichkeit
Alkohol ist gefährlich. Ich habe Freunde, Händler und sogar Destillateure an diesen Feind verloren. Das gehört zur Wahrheit dazu. Gerade deshalb ist bewusster Genuss so wichtig. Nicht verdrängen. Nicht romantisieren. Einfach ehrlich bleiben.
Worum es hier geht
Fuchs erzählt ist mein Raum für Geschichten: aus dem Laden, von Produzenten, von Flaschen, die mich finden, und von Momenten, in denen Geschmack plötzlich Sinn ergibt.
Kein Lärm. Kein Influencer‑Ton. Nur ehrliche Beobachtungen – mit Humor, Herz und einem dicken Unterstrich unter Genuss.
Prost auf den bewussten Genuss.
Thilo Fuchs
